Ateliergeschichten: #still here

Dass Frauen, jenseits der offensichtlichen Sexynessgrenze, in der öffentlichen Wahrnehmung immer präsenter werden, ist längst selbstverständlich, auch wenn da die Quote leider  noch nicht erfüllt ist.

Nur die Werbebranche hat das noch nicht gecheckt.

Ich sehe gerne nicht mehr junge, gutaussehende Frauen in der Werbung und nehme mal an, anderen geht das genauso.

Natürlich hängt das mit dem eigenen Alter zusammen, man vergleicht sich automatisch mit Gleichaltrigen, oder 10 Jahre -/+ .

Sucht man nicht immer nach Vorbildern, die einem zeigen, wie lässig geht ?

Ich fühle mich verarscht, wenn Mode, die Käuferinnen ab 35 ansprechen soll, von 17 Jährigen präsentiert wird.

Ich fühle mich auch verarscht, wenn das Gesicht der 72- jährigen

Susan Sarandon für eine Parfumwerbung auf 40 gefotoshopt wird.  An sich finde ich es super, dass Susan Sarandon für diese Werbung ausgesucht wurde, aber warum wird ihr echtes Gesicht dann nicht gezeigt ? Sie sieht auch in Natura noch klasse aus, da muss man das Gesicht nicht glattpolieren. Wird befürchtet, dass sich junge Frauen von Fältchen abgestoßen fühlen und  dann das Parfum nicht kaufen oder wird spekuliert, dass ältere Frauen denken, Jil Sander Parfum lässt sie 30 Jahre jünger aussehen ? Schönheit ist mehr als nur Jugendlichkeit.

Woher kommt überhaupt dieser Jugendwahn, der die Bildmedien bestimmt ? Jugend ist doch kein Wert an sich, noch ist das immer die "beste " Zeit im Leben, oder will jemand ernsthaft behaupten, jung sein heißt entspannt durchs Leben gehen ?

Hier ist doch auch nicht die Mehrheit unter Dreißig, warum soll es sich dann so anfühlen ?

Ich will ja gar nicht, dass Jugend nicht mehr vorkommt, ich will Diversität.

Ich sehe auch gern Filme und Serien mit starken (älteren) Frauen. Bella Block war nur eine von ihnen. Endlich durfte mal eine Frau mürrisch, pampig, schlau und empathisch sein. Wer Netflix hat, sollte unbedingt mal die englische Serie " Happy valley"

schauen. Skandinavier und Engländer sind da schon einen Schritt weiter.

Ich glaube nicht, dass ich die Einzige bin, die so denkt, ne, wir sind viele - reden wir mehr drüber.

Neben der #me too - Debatte wäre auch eine # sill here - Kampagne nötig

(und eine  # ich bin Muslima und Deutsche , und eine # ich habe ein Handicap, und das ist nur eine Facette von mir, und und und...)

 

 

 

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